Die tiergestützte Intervention basiert auf vier unterschiedlichen Konzepten:


Biophilie-Hypothese
"Bio" meint Leben/Lebewesen und "philie" bedeutet Neigung/Vorliebe. Daraus ergibt sich die "Liebe zum Lebendigen". Wilson (Begründer der Hypothese) geht davon aus, dass jeder Mensch eine biologische Verbindung zur Natur besitzt. Diese Verbindung nutzt die tiergestützte Intervention, um positive Wirkungen bei Menschen zu erreichen.

 

Du-Evidenz
1931 wurde die Du-Evidenz auf die Mensch-Tier-Beziehung übertragen. Sie legt die Basis für ein empathisches Verhalten (Mitfühlen und Hineindenken in ein anderes Individuum). Jeder Mensch ist individuell und sympathisiert unterschiedliche Tierarten, somit kann sich eine Beziehung zwischen Mensch und Tier entwickeln. Die Du-Evidenz ist aus diesem Grund ein ausschlaggebender Aspekt der tiergestützten Interventionen, da sie einen Perspektivwechsel anregt und Empathiefähigkeit fördert.

 

Bindungstheorie
Bindungen sind prägend auf die Persönlichkeit und wichtig für spätere Entwicklungen des emotional sozialen Verhaltens.
Tiere sind bildungsfähig. Positive Bindungen, die Menschen mit Tieren erleben, können in Folge dessen auch auf Bindungen zu anderen Menschen übertragen werden. Die tiergestützte Interventionen kann somit unterstützend wirken, um positive Bindung aufzubauen und diese in den Alltag zu integrieren.
Die Bindungstheorie kann als Resultat der vorherig erwähnten Konzepte (Du-Evidenz und Biophilie-Hypothese) gesehen werden, denn diese bilden die Grundlage für eine Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Spiegelneurone
Spiegelneuronen wurden in der Großhirnrinde entdeckt. Es sind Nervenzellen, die für die Beobachtung oder Stimulation eines Vorgangs zuständig sind. Sie dienen somit als neurologische Ergänzung der vier Konzepte, denn die Spiegelneuronen können bei einer Stimulation zur Verbesserung der emotionalen Resonanz, des Mitgegefühls und der Empathie führen.

Spezifische Wirkungen der tiergestützten Intervention:
 
 Psychische Wirkungen :
- Anregung von Gefühlen: Lachen, Freude, Gelassenheit, Entspannung
- Förderung des Vertrauensaufbaus
- Reduktion von Angst
- Antidepressive Wirkung
- Förderung des emotionalen Wohlbefindens
- Gefühlserleben bei Demenzerkrankten (Selbstbestimmung, Kommunikationsanregung, Wertschätzung)
- Höhere Lebenszufriedenheit

Soziale Wirkungen
- soziale Integration (Geborgenheit, Nähe, Gemeinsamkeit)
- Steigerung der Empathiefähigkeit
- Positiver Beziehungsaufbau (Übertragung auf Mitmenschen)
- Förderung eines positiven Selbstbildes
- Steigerung des Selbstwertgefühls/ Selbstbewusstseins
- Zeigen von Gefühlen und Emotionen
- Soziale Erfahrungen
- Friedvolles Durchsetzungsvermögen
- Perspektivwechsel
- Freundliches Miteinander
- Förderung des Verantwortungsgefühls
 
 Physische Wirkungen
- Erleben des eigenen Körpers
- Verbesserung der Motorik (Grob- und Feinmotorik)
- Muskuläre Entspannung (Mimik, Gesten, Schmerzablenkung)
- Blutdrucksenkende Wirkung
- Kreislaufstabilisierung
- Verbesserung des Cholesterinspiegels
- Stimulation der Sinne
- Weniger Infektionen
- Löst positiven Stress aus (Eustress)
- Fördert Oxytocin-Ausschüttung (Hormon,welches für die Wohlbefinden verantwortlich ist)

 

Kognitive Wirkungen
- Förderung mentaler Leistungen und Kompetenzen
- Förderung der persönlichen Intelligenz (soziale und emotionale Fähigkeiten)
- Förderung der verbalen und nonverbalen Sprachleistung
- Schulung der Wahrnehmung
- Fördert Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit

“ Eine positive Beziehung zu Tieren hat Einfluss auf das soziale, psychische und körperliche Wohlbefinden."